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Mittwoch, 13. Januar 2010

Anleitung für Pasties

Habt ihr sie nicht auch schonmal gesucht- diese glamourösen, verspielten, reizvollen kleinen Accessoires, die eine verführerische Diva in uns wecken und Männerherzen schneller schlagen lassen?
Mein Geschenk an euch zum neuen Jahr: Eine Anleitung für eure eigenen Pasties aka Burlesque Tassels!!! Zaubert einen verruchten Hauch von Burlesque in den grauen Alltag und geniesst das Gefühl unwiderstehlicher Weiblichkeit:)

Das Kopieren und Nutzen der folgenden Anleitung ist ausdrücklich erwünscht- möchtet ihr sie auf eurem Blog integrieren, verlinkt mich bitte.

HIER erhaltet ihr sie auch als pdf-Datei zum ausdrucken!

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***Burlesque Tassels***

Du brauchst:
- Papierschere
- Stoffschere
- Papier oder dünnen Karton (->Postkarte) für den Schnitt
- Zirkel
- Maßband
- Geodreieck
- Bleistift
- Stoffrest ( ca. 20x20cm)
- Lederrest
- Schrägband oder Posamentenborte zum einfassen
- 2 Tassels (Quasten/Troddeln) oder schwarze Kunstfaser-Bändchenborte (siehe Foto)
- farblich passende Garne


Erstmal gehts ans messen, um den richtigen Durchmesser der Pasties bestimmen zu können. Die perfekte Größe haben sie, wenn sie Brustwarze und Vorhof komplett verdecken. Schnapp dir also am besten ein Maßband und miss großzügig einmal quer über den gesamten Bereich, der verdeckt werden soll. Gib diesem Maß zwei Zentimeter hinzu.

Nun bestimmst du anhand dieses Maßes die Größe eines Kreises. Die gesamte gemessene Strecke geteilt durch zwei ergibt den Radius. Nimm dir einen Zirkel zur Hand, stell ihn auf diesen Radius ein und zeichne den Kreis auf Papier oder dünnen Karton.
Damit die Pasties später gut sitzen, dürfen sie nicht ganz rund sein. Vielmehr laufen sie mittig leicht spitz zu, um sich der Brustform perfekt anzupassen. Hierfür ist es wichtig, einen Teil des Kreises herauszuschneiden. So bildet sich, wenn man die Enden zusammenschiebt, ein kleiner Kegel. Ich habe aus meinem Kreis einen 90°-Winkel ausgeschnitten.


Ist das alles soweit fertig, sieht das Ganze etwa so aus:



Mein Schnittmuster hat einen Durchmesser von 8 Zentimeter. Die fertigen Pasties werden dann etwa 6 cm haben- wenn das Maß zu deinem passt, kannst du dir die ganze beschriebene Arbeit bis hierhin auch einfach sparen und das Bild ausdrucken (wenn du draufklickst, hat es die Originalgrösse)  :)

Wenn der Kreis ausgeschnitten ist, geht es schon an die Stoffe. Am besten eignen sich nicht-oder nur leicht elastische, mittelschwere Stoffe wie Plüschsamt, Stretchsatin oder Kunstleder. Das Innenleben der Pasties besteht aus Leder. Dies hielt ich für die praktischste Lösung, damit man sie später gut und schmerzfrei anbringen kann^^ Hinzu kommt, das Leder den Vorteil aufweist, hautverträglich, angenehm tragbar und abwaschbar zu sein.

Ist das passende Material gefunden, bügle es gegebenfalls und schneide die Pasties jeweils zweimal aus dem gewählten Stoff und zweimal aus Leder aus. Da die Lederteile später in die Stoffteile gesetzt werden, solltest du für diese eine großzügigere Nahtzugabe lassen.


Die äusseren Kanten des Stoffes (nicht des Leders!) werden in Schrägband eingefasst. Ich verwende für gewöhnlich gefalztes Baumwollschrägband, für einen edleren Look kannst du allerdings natürlich auch welches aus Satin wählen. Eine andere Möglichkeit ist, das Schrägband komplett auszulassen und durch z.B.Posamentenborte zu ersetzen. Bei reinen Kunstleder-, Pailettenstoff- oder Leder-Pasties ist überhaupt kein Schrägband etc. nötig, da sie ohnehin nicht ausfransen.
Falls du es machst wie ich, falte das Schrägband einmal mittig, sodass die gefalzten Innenseiten aufeinander liegen und bügle es vorsichtig ohne Dampf, sodass sich eine scharfe Kante ergibt. Bei Baumwolle kannst du das Bügeleisen auf 2-3 einstellen, bei Satin muss man etwas vorsichtiger sein. Bei Posamentenborten o.ä. fällt dieser Arbeitsschritt komplett aus.

Nun geht es daran, das Schrägband gleichmäßig mit geradem Stich an die Aussenseiten der Stoff-Pasties anzubringen. Beginne am besten an einer Kante des ausgeschnittenen Winkels und steppe einmal ringsherum, bis du an der anderen Kante angekommen bist. Wenn du unsicher bist, steck’ das Schrägband vorher am Stoff fest. Gerade wenn du zum ersten Mal Kurven nähst, ist das sicherer.


Nun, da die beiden Pasties eingefasst sind, kannst du die offenen Kanten zusammensteppen.

Lege sie hierzu rechts auf rechts und steppe die Naht innen auf der linken Stoffseite. Die Nähmaschine bleibt, wie auch bei den weiteren Arbeitsschritten, auf Geradstich eingestellt.
Die Kanten des Leders müssen nun ebenfalls zusammengeführt werden. Auch hier wird der Stich auf der linken Seite ausgeführt. Du hast nun vier kleine Kegel- zwei aus Stoff und zwei aus Leder.


Das Leder-Innenleben wird nun in die Pasties eingesetzt. Dies kann manchmal etwas tückisch sein. Wenn du unsicher bist, steck’ also die Aussenseiten aneinander fest.
Achte bei diesem Arbeitsschritt darauf, dass sich die linke Seite des Leders und die linke Stoffseite Naht auf Naht treffen. Der Lederkegel muss also andersherum gewölbt sein als der Stoffkegel und die beiden Mittelnähte müssen jeweils aufeinander liegen.

Ist das gemacht, verbinde die beiden Lagen wieder mit einem Geradstich. Am besten sieht’s aus, wenn er so weit wie möglich aussen sitzt. Überstehendes Leder kannst du einfach abschneiden.


Das Schönste an diesem Projekt ist ohne Frage das Dekorieren- und dazu kommen wir jetzt.
Es gibt in gut sortierten Fachgeschäften kleine fertige Tassels (auch bekannt als Quasten oder Troddeln) zu kaufen. Diese findest du meist in der Nähe von Knöpfen und Applikationen. Andernfalls sind diese kleinen Hingucker auch ganz leicht selbst herzustellen.
Ich habe zum Beispiel diese schwarze Borte als Meterware gekauft.:

Das ist günstiger und ergiebiger. Von dieser schneide ich pro Tassel ca. 5cm ab, rolle sie zusammen und nähe das überstehende Ende oben am breiten Abschluss fest. Die untere Verbindung der Bänder schneide ich dann auf und schon sind sie fertig.


Die Tassels werden nun direkt in der Mitte der Pasties, also am spitzen Ende der Mittelnaht angebracht. So verdeckten sie die Naht sogar vollständig und mit nur wenigen Handstichen (ich nehm’ immer den Feston-Stich *g*) ist dies blitzschnell geschehen;)

Hast du keine Tassels zur Hand oder möchtest auf diese verzichten, eignen sich als Applikation auch zahlreiche andere Dinge- schau einfach bei den Variationen oder tüftle selbst an deiner individuellen Idee...

Variationen:
- Anstelle der Kreisform kannst du auch Herzen, Sterne oder andere Formen für die Pasties verwenden. Dies erfordert ein klein wenig mehr Zeit, da du auch hierfür die leichte Kegelform berücksichtigen musst.
- Anstelle der Tassels gibt es viele andere Möglichkeiten, die Pasties aufzupeppen: Mit Perlen (bekommt man z.B. im Bastelladen), Schleifchen aus Stoffen und Borten deiner Wahl oder Glitzersteinchen ( am besten mit Heißkleber anbringen). Du kannst es natürlich auch puristisch halten und die Tassels komplett ohne Verzierung lassen- auch das wirkt sehr elegant.
- Kontraste, Kontraste: Andersfarbiges Schrägband, knallbunte Tassels (Anleitungen für Troddeln/ Quasten finden sich schnell im Netz, für kleine Tassels ist Stickgarn als Material recht empfehlenswert), verrückte Stoffe oder Einfassungen wie Pailettenborten etc- deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!
- Die Kreisform aus dem Schnitt eignet sich vergrössert auch hervorragend als Grundlage für Fascinators *zwinker*

Befestigen kannst du deine Pasties wahlweise mit Fashion Tape (z.B. von dm, „essence pocket beauty“, kostet 1,45 € ), Toupetklebeband oder Wimpernkleber.

Hilfreiche Links zu dieser Anleitung:
Handstiche
Tassels (Troddeln/Quasten) selbst herstellen

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Ich wünsche euch viel Spass und würde mich über ein Feedback oder Bilder eurer Kreationen sehr freuen!!!

Donnerstag, 16. April 2009

Anleitung für Faulenzer *ggg*

Nach den vergangenen schönen, sonnigen Tagen folgte heute mit dem Regen auch die Gelegenheit, gut geschützt in heimischen Gefilden wieder etwas Kreatives zu tun. So habe ich mir überlegt, für regnerische Tage wie diesen mit einer kleinen und recht einfachen Anleitung vorzusorgen, die sich gut für Nähanfänger und Fortgeschrittene eignet und mit wenigen Handgriffen individuell umgesetzt werden kann:
Dieses so genannten Faulenzer-Etui besteht aus nur vier simplen Teilen, wovon der knifflichste sicherlich ein nicht teilbarer 18cm-Reißverschluss ist, mit dem man die kitschig-süsse Aufbewahrung für Stifte und anderen Kleinkram schliessen kann. Abgesehen vom Reißverschluss benötigt man nicht mehr als zwei kleinere, nicht-elastische Stoffreste und das entsprechende Schnittmuster.
Ihr braucht eigentlich nur die Vorlage für einen Kreis und ein Rechteck. Angepasst an den 18cm-Reißverschluss hat mein Rechteck 20cm an den beiden Kanten (oben und unten), an denen dieser später angelegt werden soll und an den anderen beiden (links und rechts) jeweils 23cm. Damit das mit dem Kreis zusammenpasst, braucht dieser natürlich auch einen Umfang, der mit dem Maß übereinstimmt. So haben wir für den Kreis ebenfalls einen Umfang von 23cm, was einen Radius von 7,3cm ergibt. Also am besten einmal den Zirkel auf 7,3cm einstellen und einen schönen Kreis ziehen. Die beiden Teile, der Kreis und das Rechteck, werden einmal aus Papier ausgeschnitten, anschliessend auf dem gewählten Stoff festgesteckt und ausgeschnitten- der Kreis zweimal, das Rechteck einmal.
Wer eine Applikation anbringen will, sollte diese jetzt auf dem Rechteck feststecken und annähen. Später lässt sich diese sonst nur schwierig fixieren. Ausserdem lassen sich die Nähte von innen ggf. mittels Futter gut verstecken.
Wenn ihr einen dünneren Stoff verwenden möchtet, solltet ihr ihn gegebenenfalls von innen verstärken. So erreicht ihr, dass euer Etui später trotz zartem Material genügend Stand hat um die Form schön zur Geltung zu bringen. Zum füttern eignet sich Bügelvlies oder ein anderer, ebenfalls nicht-elastischer Stoff- vielleicht sogar in einer anderen Farbe, das macht bestimmt einen schönen Effekt. In diesem Fall müsstet ihr die zwei Kreise und das Rechteck auch aus diesem Material noch einmal ausschneiden. Wenn ihr Vlies verwendet, könnt ihr das dann auch direkt mit dem Bügeleisen fixieren. Bei nicht-elastischem Stoff als Futter werden die beiden Rechtecke rechts auf rechts aufeinander gelegt und an drei der vier Seiten mit geradem Stich verbunden. Danach kann das so entstandene Teil an der noch offenen Seite gewendet werden. Ebenso die beiden Kreise: Einmal rechts auf rechts legen, ringsherum eine gerade Naht steppen und eine kleine Öffnung lassen, an welcher sie gewendet werden können *fummel*.
So, nun gehts auch schon richtig los: Erst wird einer der Kreise an einer der langen Rechteck-Seiten links auf links festgesteckt. Wer wie ich eine Borte mit einnähen möchte, müsste diese nun auf 23cm zuschneiden und zwischen Kreis und Rechteck-Kante mit feststecken, damit sie in einem Schritt mit vernäht werden kann. Sind Kreis und Rechteck ringsherum aneinander fixiert, können die beiden Teile mit geradem Stich (bei fusseliger Baumwolle lieber Zickzack) miteinander vernäht werden. Dasselbe wird dann anschliessend mit der gegenüberliegenden Seite des Rechtsecks und dem zweiten Kreis gemacht. Fertig ist die Rolle!
Nun muss nur noch der Reißverschluss eingenäht werden. Dafür zunächst den Nähmaschinenfuß herausnehmen und den Reißverschlussfuß einsetzen. Die Rolle bleibt auf rechts mit der schönen Stoffseite nach aussen. Reißverschluss öffnen und platzieren (Zipper rechts) . Die Kante der Rolle, an der die linke Reißverschluss-Seite angelegt wird, wird einmal so umgeklappt, dass sie innen mit der Reißverschlussbreite abschliesst. Der Reißverschluss liegt von innen auf der Kante so auf, dass von Aussen nur die Reißverschluss-Zähne zu sehen sind. Dann wird von aussen die erste Reißverschluss-Seite an der Rechteck-Kante der Länge nach festgesteckt und mit geradem Stich vorsichtig vernäht. Wenn ihr plüschiges Material verwendet, achtet darauf, dass die Härchen nicht zu nah an den Reißverschlusszähnen liegen, damit sie sich später beim schliessen nicht dauernd darin verfangen.
Mit der rechten Seite des Reißverschlusses wiederholt ihr das Ganze noch einmal und schon ist es vollbracht:-)...und weil es so schön war, hier ein paar Variationen:

















P.S.:Wer dem Reißverschluss noch nicht über den Weg traut, kann übrigens auch ausweichen und z.B. Knöpfe oder Klettband als Verschluss wählen. Hierfür gibt sowohl nähbares als auch selbstklebendes Klettband. Einfach jeweils eine Reihe Flausch- und eine Reihe Klettband auf Kantenlänge zuschneiden und je nach gewünschter Optik (innen oder aussen- wenn innen, Kanten auf ca. 5mm sauber einklappen und überkleben)

Montag, 23. März 2009

Work-In-Progress: Simple Handschuhe

Es war ruhig um mich, denn ich habe mich in der Zwischenzeit räumlich ausgebreitet bzw. eine grössere Wohnung bezogen. Hier bin ich bislang noch am Möbel rücken und Stoffe verstauen, was erklären dürfte, warum ich noch keinen neuen Eintrag verfasst habe^^
Um nicht ganz unkreativ auszusehen, habe ich einfach mal eine bebilderte Anleitung für fingerlose Handschuhe/Stulpen entworfen, die wirklich ganz einfach umzusetzen ist und blitzschnell vorzeigbare Ergebnisse hervorbringt...

1. Einmal grob um die linke Hand vom Handgelenk aus bis ungefähr zu den Mittelknochen von Finger und Daumen gezeichnet und schon ist ein sehr einfaches Schnittmuster entstanden, dass nun jeweils zweimal normal und zweimal spiegelverkehrt ausgeschnitten wird. Ruhig großzügig Platz für die Nahtzugaben lassen. Im Handumdrehen (*gg*) hat man das Rohmaterial für ein paar hübsche Stulpen.
2. Jeweils die Teile für links und rechts werden mit der Stoffinnenseite nach aussen aufeinander gelegt und festgesteckt. Nun wird vorsichtig anprobiert und ggf. die Passform korrigiert.

3. Nun gehts auch schon ans Nähen. Drei einfache Geradstich-Nähte sind es insgesamt pro Handschuh, um diesen zusammen zu halten.










Danach kann er einmal umgedreht und nochmal anprobiert werden. Sitzt alles wie es soll, kann unten am Handgelenk sowie oben an der Finger- und Daumenöffnung der Stoff einmal umgeschlagen und ebenfalls mit geradem Stich gesäumt werden (bei fusseligen Stoffen besser mit Zickzack-Stich).





Vielleicht noch ein paar Applikationen, und schon kann man ganz verschiedene Variationen davon herstellen:















Bei nicht-elastischen Materialien empfiehlt es sich, an der Aussenseite ein paar Zentimeter offen zu lassen und dort kleine Druckknöpfe anzubringen, damit man die Handschuhe problemlos überziehen kann. Wer keine Druckknöpfe mag, kann natürlich auch zu Haken und Augen oder Klettband greifen.